Collage Workshop für Jugendliche
mit Jamila Barakat & Elvis Osmanović
24. Jan. 26, 14.00–17.00 Uhr
In diesem Workshop laden Elvis Osmanović und Jamila Barakat Jugendliche dazu ein, sich kreativ mit Zukunftsfragen auseinanderzusetzen. Ausgangspunkt ist eine einfache, aber kraftvolle Frage: Was erhofft ihr euch für eure Zukunft – persönlich, gesellschaftlich, gemeinsam?
Mit den künstlerischen Techniken Monotypie und Collage arbeiten wir experimentell, spielerisch und forschend. Wir beginnen bei eigenen Gedanken, Erinnerungen oder Gefühlen und bewegen uns Schritt für Schritt hin zu größeren Fragen:
Welche Bilder von Zukunft tragen wir in uns?
Welche wurden uns erzählt?
Welche fehlen?
Welche wollen wir neu erfinden?
Der Workshop versteht sich als Raum des Austauschs und der Gestaltung. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um das Sichtbarmachen von Perspektiven. Durch das Schichten von Bildern, Texten, Zeichnungen und Spuren entstehen Arbeiten, die individuelle Stimmen mit kollektiven Erfahrungen verbinden.
Vorkenntnisse sind nicht nötig. Der Workshop bietet Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Gedanken ernst zu nehmen, künstlerisch zu übersetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über Hoffnungen, Unsicherheiten und das, was noch werden darf.
Altersspanne: 12–18 Jahre
Auf deutscher Lautsprache
Kostenlos
Zu den Workshopleitenden:
Elvis Osmanović (geb. 1988 in Doboj, Bosnien) ist ein interdisziplinärer Künstler, der in Berlin lebt und arbeitet. Als Kind kam er als Flüchtling nach Deutschland. Er studierte Technikphilosophie in Cottbus sowie Deutsche Literatur und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mehrere Jahre lebte er in Dänemark, wo er künstlerische und musikalische Projekte realisierte. Heute ist er Mitglied der Klasse von Hito Steyerl an der Universität der Künste Berlin, derzeit geleitet von Mykola Ridnyi. Zudem unterrichtet er an einer Grundschule in Berlin-Wedding. Seine Arbeiten zu Erinnerung, Trauma, Flucht und sozialen Dynamiken wurden u. a. an der UdK Berlin, im Künstlerhaus Bethanien, im Bärenzwinger Berlin-Mitte sowie im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie gezeigt.
Jamila Barakat ist eine palästinensisch-deutsche Künstlerin, Autorin und Pädagogin aus Berlin. Ihre Arbeit verknüpft persönliche Erinnerung mit kollektiver Geschichte und untersucht, wie Identität, Zugehörigkeit und Widerstand in Körper, Sprache und Archiv eingeschrieben sind. Sie schafft Räume, in denen Verlust, Transformation und Hoffnung miteinander in Dialog treten. Als Mitbegründerin des Interspace-Kollektivs, einer kuratorischen Plattform für marginalisierte und emanzipatorische Perspektiven, entwickelt sie Projekte, die Solidarität und gemeinschaftliche Verantwortung erfahrbar machen. Seit mehreren Jahren arbeitet sie mit Kindern und Jugendlichen im Berliner Wedding und entwirft partizipative Formate, in denen künstlerisches Arbeiten zu einem Prozess der Selbstermächtigung wird. Ihre Praxis versteht das Archiv als lebendigen Ort der Zeugenschaft, an dem das Verdrängte sichtbar bleibt und in den kulturellen Dialog zurückkehrt. Erinnerung wird dabei als widerständige Kraft behauptet – gerade in Zeiten institutioneller Auslöschung.
Diese Veranstaltung findet während der Einzelausstellung Hoffnung أمل von Jamila Barakat statt.