Monströs
Emma Adler, Caroline Douville, Marven Rabe und Milena Wojhan
19. Nov.–24. Jan. 27
Eröffnung: 18. Nov, 18 Uhr
Monströs fragt nach der kulturellen Bedeutung des Monsters: Was zeigt es, wovor warnt es? Monster verleihen den formlosen Kräften, die unser Leben im Neoliberalismus bestimmen, eine fassbare Gestalt. Darin liegt ihre Wirkung: Gothic und Horror sind keine Flucht, sondern Diagnose, und gerade in einer von Zerstörung geprägten Welt finden sie ihre größte Resonanz. Je monströser unsere Realität wird, desto mehr konsumieren wir ihre Fiktion.
Jahrhundertealte Archetypen wie Vampire, Zombies und Werwölfe tauchen immer wieder auf. Ihre Warnungen wechseln mit dem Kontext und bleiben doch dieselben: Ausbeutung, Entfremdung, Marginalisierung. Die Künstler*innen der Ausstellung lesen diese Geschichte neu und fragen, was die Monster heute zeigen: die Rückkehr eines Faschismus, der nie gestorben ist, oder auch die koloniale Vergangenheit der Monstererzählungen selbst.
Denn was uns diese erfundenen Monster zeigen und wovor sie uns warnen, ist die Wirklichkeit selbst: eine Wirklichkeit, die monströs geworden ist.
Mit Emma Adler, Caroline Douville, Marven Rabe und Milena Wojhan.
Begleitprogramm
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Eröffnung Monströs
Emma Adler, Caroline Douville, Marven Rabe und Milena Wojhan
18. Nov. 26, 18.00–22.00 Uhr
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Projecting Bestiality
Marven Rabe
27. Nov. 26, 18.00–20.00 Uhr
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Finissage Monströs
Emma Adler, Caroline Douville, Marven Rabe und Milena Wojhan
24. Jan. 27, 18.00–21.00 Uhr
Über die Kunstler*innen
Emma Adler (*1980 in Besch lebt und arbeitet in Berlin) setzt sich in ihren raumgreifenden, multimedialen Installationen mit den Themenkomplexen Original, Kopie und Fake sowie Virtualität und Realität auseinander. Ihr Fokus liegt auf Verschwörungstheorien und der damit einhergehenden Frage nach verschiedenen Realitätsebenen. In dem vermeintlich Sicheren oder den unvermuteten Verstörungen entstehen Verwirrungen, die als Grundlagen ihrer Arbeiten dienen. Adlers Installation lassen sich als vielschichtige Versuchsanordnungen verstehen, die unsere Ansichten zum Verhältnis von Wirklichkeit und medialer Realität hinterfragen.
Caroline Douville (*1993 in Montreal) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die in Montréal und Berlin arbeitet. Ihr künstlerisches Interesse gilt der Frage, wie Bilder über Zeit hinweg Erinnerung, Geschichte und kulturelles Wissen weitertragen. Mit ihrem Hintergrund als Angehörige der zweiten Generation der haitianischen Diaspora setzt sie sich mit afrodiasporischen Geschichte(n) auseinander – und untersucht, wie koloniale Archive, populäre Bildwelten und zeitgenössische Medien kulturelles Gedächtnis prägen. Im Zentrum ihres Arbeitens steht das Verhältnis zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Douville arbeitet intensiv mit Bildern zu Haiti, Ritualen und der Figur des Zombies. Statt ein fotografisches Archiv als starres Abbild der Vergangenheit zu begreifen, bearbeitet und belebt sie diese Bilder durch Malerei, Bildtransfer und materielle Eingriffe. So entstehen Werke zwischen Dokument und Fiktion, Erinnerung und Imagination, Präsenz und Abwesenheit. Archivbilder werden dadurch zu Orten, an denen unterdrückte, fragmentierte oder unaufgeklärte Geschichte(n) wieder sichtbar werden können.
Marven Rabe (*1998 in Bielefeld) arbeitet an der Schnittstelle von Video, Performance und Kostümdesign. Ein intuitiver Zugang prägt seine künstlerische Praxis – ergänzt durch medientheoretische Forschung. Ausgehend von Themen wie Machtstrukturen, Queer Joy und dem Aufbrechen binärer Systeme entwickelt Rabe eigenwillige Wesen, die sich durch eine widersprüchliche Welt bewegen. Er bestand 2024 das Diplom der Freien Kunst an der HBK-Braunschweig bei Candice Breitz und lebt derzeit in Berlin. Er gewann den Yael-Niemeyer-Kunstpreis in Bielefeld und den Braunschweig LED- Wettbewerb 2024. Sein Werk „as sweet as gravity“ feierte 2026 in London, Shanghai und Chiang Mai seine internationale Premiere.
Milena Wojhan (*1994 in Wiesbaden) lebt und arbeitet in Berlin und München. Nach ihrem Studium der Freien Kunst an der ADBK München, welches sie als Meisterschülerin bei Peter Kogler abschloss, entwickelte sie eine interdisziplinäre Praxis zwischen Installation, Performance und Fotografie. Zusätzlich ist sie als Fotografin und Retoucherin tätig und arbeitete u. a. für Marken und Magazine wie Chanel und Missy Magazin. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Espace Louis Vuitton, im Kunstverein München, Fotohof Winterthur/Salzburg und im Kunstpalais Erlangen gezeigt. Seit 2022 ist sie aktives Mitglied von NEUWORKSHOP, einem gemeinnützigen Multimedia-Kollektiv für Forschung/Produktion. Ausgezeichnet u. a. mit dem Jubiläumsstipendium Bayern und der Projektförderung durch die Erwin und Gisela Steiner Stiftung.
Team
Kuration: Carlotta Gonindard Liebe
Ausstellungsgestaltung: Carolina Redondo
Grafikdesign: Polina Zagumenova
Assistenz: Philipp Eyselein
Aufsicht: Hassan Elmalik, Daniela Schoepe & Team