<- zurück

Schwindel

– (Außer)irdische Weltenentwürfe zwischen Realität und Fiktion

1. Mrz–30. Sep 24

Ausstellungsreihe 2023/24

Vor mehr als einem halben Jahrhundert gingen die Bilder vom ersten Fußabdruck auf dem Mond um die Welt; heute sind es Schlagzeilen über Terraforming-Plänen, die Planeten wie den Mars bewohnbar machen sollen. Diese Bestrebungen (außer)irdische Welten zu erschließen, können als Neugierde auf das Ferne und Unbekannte gelesen werden. Gleichzeitig stehen sie für ein menschenzentriertes Narrativ von technischem Fortschritt und Wachstum, das sich über die Erdoberfläche hinaus in das Weltall und in die Ozeane erstreckt.

Die Ausstellungsreihe Schwindel hinterfragt die Wahrnehmung vom Menschen und der Welt als Zentrum des Kosmos und das westliche lineare Verständnis von Raum und Zeit innerhalb dieses Konstrukts. Der Titel Schwindel, der ein taumeliges Körperempfinden umschreibt, dient als spekulative Metapher für Abweichungen von räumlicher und zeitlicher Orientierung. Schwindel verweist auf ein fragiles Moment der Instabilität, dem ein Transformationspotential innewohnt, wenn es gesellschaftliche Ordnungen und Hierarchien „auf den Kopf stellt“.

Die Metapher des Schwindels basiert auf der Beziehung des menschlichen Körpers zur Erde und infolgedessen auf dem Körperempfinden beim Verlassen der Erdoberfläche. Beim schwerelosen Schweben in den Höhen des Weltalls oder beim Eintauchen in die Tiefen der Ozeane können die Augen keine Orientierungspunkte mehr ausmachen und der Gleichgewichtssinn im Ohr ist außer Kraft gesetzt. Wenn die von den Sinnesorganen übermittelten Informationen nicht mehr mit den Bewegungen des Körpers übereinstimmen, stellt sich die Frage: dreht sich der grenzenlose Raum und die unendliche Zeit um den Körper oder dreht der Körper sich um sich selbst?

Die Ausstellungsreihe Schwindel ist insgesamt in fünf Ausstellungen aufgegliedert. Sie läuft über zwei Jahre und ist entsprechend in zwei Teile Unpacking the Past and Present (2023) und Speculations on the Future (2024) strukturiert.

AUSSTELLUNGEN

2. März – 30. April 23
Der Raum überwindet Zeit und Mensch
Andrea Pichel, Daniel Gustav Cramer, Maxime Jean-Baptiste, Audrey Jean-Baptiste, Ipek Burcak

20. Jul – 17. Sep 23
Pole der Unzugänglichkeit
Ana Alenso, Eren İleri, Dina Khouri, José Montealegre, Elisa Strinna

7. Dez 23 – 4. Feb 24
Dort, wo das Nicht ist
Yen Chun Lin & Tanja Nis-Hansen

Die Ausstellungsreihe Schwindel wird durch Mittel aus der Spartenoffenen Förderung der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglicht.

Medienpartner*in:

Gefördert von: